»In Sachsen verwurzelt, überregional sichtbar« – Ein Einblick in die Darstellenden Künste aus Sachsen in Berlin
Sachsen verfügt über eine außergewöhnlich reiche Kulturlandschaft. Zu diesem Kulturland gehören seit Jahrzehnten auch die Freien Darstellenden Künste. Sie tragen wesentlich zur künstlerischen Gegenwart Sachsens bei, arbeiten international vernetzt, oft nah an gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit und entwickeln Formen, die weit über klassische Bühnenräume hinausreichen und sich auch durch ihre Zugänglichkeit zu verschieden Zielgruppen auszeichnen.
Zu ihnen zählen freie Theater- und Produktionshäuser, Tanz-, Theater- und Performancegruppen sowie Künstlerinnen und Künstler aus Figurentheater, Zeitgenössischem Zirkus und spartenübergreifenden Formaten. Ihre Arbeiten entstehen in Dresden, Leipzig und Chemnitz ebenso wie in kleineren Städten und ländlichen Regionen.
Am 10. Juni 2026 trafen sich Vertreterinnen und Vertreter der sächsischen Szene mit Kunstschaffenden und Kunst- und Kulturinteressierten aus der Bundeshauptstadt in der Sächsischen Landesvertretung zum Austausch.
In seiner Begrüßung hob der Bevollmächtigte des Freistaates Sachsen beim Bund Markus Franke die lebendige Kunst- und Kulturszene in Sachsen hervor. Die Künstlerinnen und Künstler seien Botschafter des Freistaates, die sich durch ihr hohes Engagement und die Bereitschaft auch finanzielle Risiken einzugehen, auszeichneten. Aus diesem Grund sei deren Förderung von besonderer Bedeutung.
Unter Leitung der Geschäftsführerin des Landesverbandes der Freien Theater in Sachsen e.V. Josephine Bock gaben die Film- und Theaterschauspielerin Julia Amme, künstlerische Leiterin des LOFT – DAS THEATER Anne-Cathrin Lessel und André Schallenberg von der Programmleitung Theater/Tanz HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste einen Einblick in die Struktur und Bedeutung der Freien Kultur in Sachsen und stellten sich den Herausforderungen für die Darstellenden Künste im Freistaat. Sie wünschten sich mehr Nachhaltigkeit bei der Förderung und eine bessere Vernetzung der Kunstszene. Durch politische Wertschätzung werde die Struktur gestärkt, auch die kleinen Kunst- und Kulturstätten seien es wert als kulturelles Erbe Unterstützung zu erfahren.
Einen aktiven Einblick in die vielfältige Szene der Darstellenden Künste in Sachsen bot die Dresdner Choreografin und Tänzerin Katja Erfurth, die auf der Violine von Florian Mayer begleitet wurde.
Auch Julia Amme, die später noch auf dem Podium Platz nahm, bereicherte den Abend mit einer Theater-Performance gemeinsam mit ihrer Kollegin Laila Nielsen, mit der sie auch das Theaterkollektiv »missingdots« bildet.
Den anschließenden Umtrunk nutzen dann sowohl Aktive wie auch Gäste, um den Abend im Zeichen der Kunst in anregenden Gesprächen ausklingen zu lassen.
Bereits im Vorfeld wurde das temporäre Kunstwerk »Megapolis Grid« des in Leipzig geborenen Künstlers Lars Fischer vorgestellt. Lars Fischers Arbeiten mit Ölfarbe auf digitalen Hintergründen bilden eine Art umgekehrtes Sediment, in dem alte und neue Medien aufeinander gelagert werden. Verschiedene Röhren ziehen sich scheinbar endlos durch die Bilder. In seinem Werk »Megapolis Grid« zeigt sich eine digital entstellte Stadtlandschaft, durch die die in Öl gemalten Röhren wie Verkehrsadern fließen.
Das Werk wird noch bis 12. Juli 2026 im Foyer der Landesvertretung Sachsen zu sehen sein.