Jüdisches Leben seit dem 7. Oktober
Am 7. Oktober 2025, dem zweiten Jahrestag des brutalen Angriffs der Hamas gegen Israel, stand das jüdische Leben im Mittelpunkt einer Veranstaltung der Landesvertretung.
Landtagspräsident Alexander Dierks MdL und der Bevollmächtigte Markus Franke betonten in ihren Grußworten, an der Seite der Jüdinnen und Juden zu stehen.
Auch zwei Jahre nach dem Angriff waren noch immer Jüdinnen und Juden, auch mit deutscher Staatsbürgerschaft, Geiseln der Hamas. Auch heute warten immer noch Angehörige auf die Übergabe von Toten. Der 7. Oktober 2023 hat nicht nur auf die israelische Gesellschaft einen einschneidenden Einfluss gehabt, auch die jüdische Gemeinschaft in Deutschland erlebt seitdem Ängste, Auseinandersetzungen und Belastungen im Alltag.
Die Veranstaltung bot Raum, an die Opfer, die Geiseln und ihre Familien zu erinnern, und sich deutlich gegen jede Form von Antisemitismus auszusprechen.
Die Auswirkungen des 7. Oktober 2023 auf die israelische Gesellschaft schilderte sehr eindringlich Carsten Ovens. Von ihm ist im sächsischen Hentrich & Hentrich Verlag das Buch »Im Morgengrauen« erschienen, das Gespräche mit Zeitzeugen aus Israel zusammenfasst. Angehörige von Geiseln, Ärzte, Eltern, Überlebende des Nova-Festivals, Soldaten und Wissenschaftler kommen zu Wort: Betroffene und Experten. Ihre verschiedenen Perspektiven machen begreifbar, was der Tag des Terrors und seine Folgen für die israelische Gesellschaft sowie die Zukunft des Landes bedeuten.
In der anschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von der Verlegerin Dr. Nora Pester, sprachen Carsten Ovens und Alexander Tsyterer von der Jüdischen Allianz Mitteldeutschland über ihre persönlichen Eindrücke. Carsten Ovens erzählte von seinen Gesprächen mit den Zeitzeugen in Israel, auf denen das Buch basiert, und wie ihn deren eindrückliche Schilderungen berührten. Alexander Tsyterer berichtete aus dem Alltag von Jüdinnen und Juden, die sich seit dem 7. Oktober verstärkt Bedrohungen ausgesetzt sehen.
Letztlich gab die Veranstaltung einen Ausblick auf das Themenjahr »Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026«. Dabei wird vergangenes, gegenwärtiges und zukünftiges jüdisches Leben im Mittelpunkt stehen.